05 Mai

Webinar – WLAN macht´s möglich

… sagt Alizza Mundt und träumt vom Lernen in der Deutschen Bahn:

10:30 UhrIrgendwo zwischen Berlin und Hamburg

Im Abteil sitzen außer meiner Person noch eine ältere Dame mit einem noch älteren Hund und ein Geschäftsmann, der sich hinter seiner Frankfurter Allgemeinen Zeitung versteckt. Bevor ich meinen Computer anschalte, stelle ich erst einmal sicher, dass ich niemanden unnötig störe.

Laptop angeschaltet, WLAN aktiviert, Headset aufgesetzt und los geht’s! Der Browser beamt mich in Bruchteilen einer Sekunde auf die Website, in den virtuellen Unterrichtsraum, wo mein erwartetes Seminar demnächst starten wird. Stift und Block liegen am Laptop bereit, um kleine Notizen aufzunehmen.

Das Webinar (ein Wort aus Web und Seminar) kann nun beginnen.

Eine kurze Registrierung genügt und auf meinem Monitor sehe ich einen virtuellen Seminarraum. Er sieht aus wie ein handelsüblicher Chatroom, die ich früher als Teenager mit Freundinnen gerne mal besuchte. Ein großes Fenster direkt in der Mitte, die Präsentationsfläche für alles, was der Dozent uns, den Teilnehmer, näher bringen möchte. Jede Menge Platz für wichtige Information, Statistiken und Darstellungen. Oben rechts in der Ecke sieht mir ein nachdenklicher Dozent durch seine aktive Webcam direkt ins Gesicht. Sein Mikrofon scheint noch aus zu sein. Hinter ihm hängt ein Bild vom Hamburger Hafen und kaum erkennbare Charts. Darauf wird er, so hoffe ich es doch, in der nächsten Stunde eingehen. Unten rechts befindet sich, dass für mich wichtigste Fenster. Der Chatroom, indem alle Teilnehmer Fragen und Bemerkungen posten können, auf die der Dozent dann hoffentlich eingeht.

Für dieses Webinar haben sie laut Teilnehmerliste „nur“ 56 Personen angemeldet. Ideal um das Thema bestmöglich vermittelt zu bekommen. Vor zwei Wochen habe ich den ersten Teil des heutigen Webinars mit 175 Teilnehmern ertragen müssen. Das war es schon nerviger, weil viel mehr Fragen gestellt wurden und weniger Zeit für das Thema blieb. Trotzdem ist es ein Vorteil, dass jedes Webinar eine unbegrenzte Zahl an Teilnehmern haben kann. Niemand wird ausgeschlossen.

Nur noch 5 Minuten …

Einige der Teilnehmer werden vom Dozenten freigeschaltet. Also sehe und höre ich Maria aus München oder Matze aus Duisburg. Gott sei Dank, können mich die Teilnehmer und der Dozent weder sehen noch hören. Meine Webcam bleibt aus, da mir der Nachbarshund letzte Nacht den Schlaf geraubt hat. Ich sehe echt müde aus. Während der Präsentation schiebt Prof. Strauß immer wieder seine Aufzeichnung von sich in den großen Präsentationsbereich, um auf die Charts hinter sich aufmerksam zu machen. Er hat einen leicht russischen Akzent, was das Zuhören durchaus interessant macht. Beim näheren Betrachten fällt mir auf, dass Prof.Strauß direkt aus seinem Büro doziert.

11:15 Uhrkurz vor Hamburg

Langsam werde ich hungrig. Der Dozent hat seit Berlin-Spandau leider keine Pause gemacht und ich kam nicht von meinem Laptop nicht weg. Gut, dass Prof Strauß mein hungriges Gesicht nicht sieht und mein grummelnden Bauch nicht hören kann.

Viele pendelnde Studenten um mich herum füllen ihre Reise-Zeit mit Lernangeboten aus ihrem Iphone.

Mein Webinar ist jetzt zu Ende. Ich schließe meinen virtuellen Seminarraum, packe meine Notizen und mein Laptop mit WLAN Dongle in meine Tasche. Der Zug fährt in den Hamburger Hauptbahnhof ein und ich werde gleich eine Freundin treffen, um jetzt die Kaffeepause nachzuholen.

Das wäre meine Traumvorstellung, wenn ich einen vom Beamer ablesenden Dozenten vor mir stehen habe. Doch die EMBA – die Europäische Medien und Businessakademie  hat etwas, was der virtuelle Seminarraum in der Deutschen Bahn nicht hat: ein durchgehendes funktionierendes WLAN-Netz und Dozenten, dem man von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht.

 

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