21 Aug

Warum das Rad immer neu erfinden? Crossmedia im Shopping Center

Von Eileen Mönnich

Warum das Rad neu erfindenFür meinen aktuellen Arbeitgeber Kfzsachverstand.de habe ich mich auf die Suche nach neuen, kreativen, ergänzenden Crossmedia- Maßnahmen begeben. Doch gebe ich mich dieses Mal nicht mit der 0/8/15 – Anzeige, perfekt positioniert, gerade zu makellos mit einer ihr unglaublich schmeichelnden Beleuchtung zufrieden. Ich will unkonventionelle Marketingmaßnahmen mit dem gewissen Etwas. Daraus schließend habe ich mich für eine alternativere Umgebung entschieden: das Mercado in Altona.

Der Grund dafür? Es ist die Hoffnung nach vielen enttäuschenden und wenig inspirierenden Begegnungen mit Social-Media-Versuchen, endlich etwas Neues und Kreatives zu finden. Vielleicht ausnahmsweise etwas Echtes oder zumindest etwas, das danach aussieht. Der bisher wohl befremdlichste Kontakt mit Hollister vor einigen Jahren würde sich in Altona vermutlich nicht wiederholen: Als ich nach einem T-Shirt-Kauf den Kassenbon entgegen nahm, sagte die Kassiererin mit schriller Stimme und einem aufgelegtem Lächeln: „Byeee! Have a nice day and check us out on facebook!“ Viel mehr Fremdschäm ist kaum noch möglich. Und von weiteren Begebenheiten meines Einkaufs, wie zum Beispiel den angeblich wohligen Gerüchen, möchte ich erst gar nicht anfangen.

Da ich von diesem Erlebnis noch ein leichtes Trauma verspüre, hoffe ich also im Altonaer Mercado mein Glück zu finden. Social Media, so gerne es auch genutzt wird und das mit Sicherheit auch in solchen Gegenden, gerät immer wieder in die Kritik.

Wie werden also die „alternativeren“ urbanen Menschen durch Social Media angesprochen?

„Make it real“ hat sich Coca Cola nicht umsonst auf die Fahne geschrieben. Es geht darum, Vertrauen zu schaffen. Ist also bereits bei der Aussprache des Wortes „Facebook“ ein übler Beigeschmack auf der Zunge, dürfte es nicht all zu einfach sein, eine Akzeptanz oder sogar eine Interaktion der potenziellen Kunden für sich zu gewinnen.

Wie also schafft es z.B. das Mercado in Altona die Brücke von der sozialen Offlinewelt zur sozialen Onlinewelt zu bauen? Die Reise durch das Shopping Center ist zunächst eher ernüchternd. Überall kleine Poster, Auslagen, hier und da mal ein Aufsteller oder eine Folie an der Scheibe, aber bis auf den einen oder anderen Hinweis zur jeweiligen Facebook-Seite keine Spur  von Social Media. Auch bei der Nachrecherche finde ich nicht alles auf Anhieb. Das Mercado scheint recht aktiv bei Facebook vertreten zu sein. Doch offline für das Social Media Angebot zu werben, scheint hier keinen großen Stellenwert zu haben.

Dann kommt die gesuchte Inspirationsquelle, als ich das Shopping Center gerade verlassen will: eine echte, witzige Idee vom  TUI – Reisebüro im Mercado. Social Media Offline und direkt am Point of Sale. Sogar handschriftlich fordert TUI im Rahmen der Neueröffnung zu einem Fotowettbewerb auf. Urlaub zum richtigen Zeitpunkt buchen, ein außergewöhnliches Urlaubsfoto mit dem gelben Quietscheentchen schießen, bei Facebook posten und mit etwas Glück 100€ gewinnen. Ein kleines, aber feines Poster, das wirklich dazu einlädt mitzumachen. Zumindest dann, wenn das Timing mit dem eigenen Urlaub zusammen passt.

Es muss also nicht das Rad neu erfunden werden. „Back to the Roots“ ist hier das Stichwort, denn schon mit einfachsten und günstigsten Mitteln kann Involvement geschaffen werden.

 

Warum das Rad neu erfinden 3