28 Apr

Im Staatsarchiv – Back to the Roots

… heißt: Altes vs. Neues Lernen

Google, Wikipedia und Co. – Wer lernt heute noch anders? Das Ganze wird immer abgefahrener durch Webinare, Mobile Learning und MOOC! Doch was ist aus den alten Lernmethoden geworden? Bücher, alte Schriften und Stadtpläne, die für unsere Eltern und Großeltern beim Lernen vor Prüfungen nicht wegzudenken waren … Wie lernt Ihr? Wart Ihr schon einmal in einem Archiv?

Staatsarchiv Hamburg 1Unsere Recherchereise führte uns in eine für die meisten Studenten unerforschte Papierlandschaft – das Staatsarchiv.  Im Archiv befinden sich Schriften bis ins Jahr 1293.
Etwas verunsichert standen wir im Eingangsbereich und überlegten uns, welche geschickten und klugen Fragen man der Archivarin stellen könnte.

Ab dem Eingang durften wir leider keine Fotoaufnahmen mehr machen. Deswegen blieb die Kamera im Spind verstaut.

Beim Betreten des Archivs wird uns schon etwas mulmig zumute. Im Raum herrscht Totenstille und jeden Schritt machen wir äußerster Vorsicht. Wir wollen ja niemanden stören. In Gegenwart der Menschen, die in ihre Schrift vertieft, elanvoll Notizen verfassen, fühlen wir uns etwas fehl am Platz. Aber da kommt uns schon eine super sympathische Dame entgegen, die uns in ihr Büro einlädt. Frau Mügge ist begeisterte Archivarin und betont in unserem Gespräch immer wieder, wie toll Archive sind und wie wunderbar sie es findet, dass Studenten heute immer noch lernen, auch diese Informationsquellen zu nutzen.

Staatsarchiv Hamburg 2

Im blauen Gebäude befinden sich alle Originale – Schriften und Dokumente, die man über die Findbücher bestellen kann.

Das Archiv ist streng beaufsichtigt und nur autorisierte Personen dürfen den blauen Würfel betreten. Grund dafür sind die vielen Unikate und der Erhalt der wertvollen Schriften, wie uns Frau Mügge erklärt.

Sie empfiehlt uns, einfach eines der Findbücher auszuwählen, um uns mal einen Überblick von dem Aufbau zu machen.

Bild: Staatsarchiv Hamburg, Marike Zenke

Bild: Staatsarchiv Hamburg, Marike Zenke

Also greifen wir uns eines der vielen schwarzen Bücher aus der Schrankwand und setzen uns damit auf einen der Plätze. Zu jedem Thema findet sich eine kurze Beschreibung. Wählt man ein Thema, kann man die Verzeichnisnummer auf den Bestellschein schreiben und das komplette Buch dazu anfragen. Einige Tage später wird man dann informiert und kann zur Einsicht wiederkommen.

Klar, das Ganze benötigt deutlich mehr Aufwand als die Frage einfach in die Google-Leiste zu tippen. Aber gleichzeitig hat es dadurch auch einen ganz anderen Wert. Man hat teilweise uralte Schriften vor sich, die per Hand oder Schreibmaschine verfasst wurden.

Das Staatsarchiv wird bis Ende des Jahres eine Datenbank sämtlicher Aktennamen online stellen; das erleichtert dann schon einmal die Suche und man muss nur noch einmal die Fahrt dorthin antreten.

Es wird wohl heute nichts mehr daran vorbei führen, bei Fragen Google oder Wikipedia zu benutzen, gerade weil es schneller geht und weil viele Informationen auch aus dem Internet generiert werden können. Aber wir finden, dass es sich durchaus lohnt, für komplexere Fragestellungen oder z.B. für die Bachelorarbeit auch einmal anders zu recherchieren.

Staatsarchiv Hamburg 3

Gleichzeitig ist das Archiv nämlich der perfekte Ort, um in Ruhe zu lernen und sich nicht ablenken zu lassen.

Habt ihr auch schon Erfahrungen in einem Archiv sammeln können? Und wenn ja, welche?