26 Okt

Smartphonesucht

Von Kevin Oehlers

Wenn ich morgens am Frühstückstisch sitze und mit meinem Löffel noch total verträumt in die Müslischale hineinstochere, ist mein Smartphone nicht weit von mir entfernt. Es dauert keine 2 Sekunden bis ich die Facebook App geöffnet habe und mir all die Postings anschaue, die in der vergangenen Nacht entstanden. Eigentlich dürfte mich das nicht so lange beschäftigen, da ich gerade erst vorm Einschlafen noch die zu dem Zeitpunkt aktuellsten Nachrichten gecheckt habe. Dennoch schaffe ich es jeden Morgen mich 15-20 Minuten nur mit dieser App zu beschäftigen. All die sinnlosen Videos, Bilder und Postings nehmen ganz schön viel Zeit in Anspruch. Okay, einiges davon ist wirklich lustig. Nichtsdestotrotz ist das meiste reine Zeitverschwendung. Traurig, dass man so abhängig davon geworden ist. Früher hat mein Vater noch gesagt, dass ich das Smartphone mal weglegen soll. Mittlerweile hat er scheinbar eingesehen, dass es ohne nicht mehr geht. Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Es ist wie eine Droge. Nun hängt auch er ständig davor und schreibt mit Freunden bei Whats App. Ich gebe zu, dass ich des Öfteren die Nachrichten für ihn schreiben muss, weil er es in seinem hohen Alter scheinbar nicht hinbekommt die Anordnung der Buchstaben auf einer Tastatur sich einzuprägen. Einen Vorwurf kann ich ihm natürlich nicht machen. Jahrelang wurden Zettel und Stift für Textnachrichten verwendet. In seinem Alter so eine Umstellung mitzumachen ist wohlmöglich nicht ganz so einfach. Ich bin hingegen damit aufgewachsen. Schon in der Grundschule habe ich an Computerkursen teilgenommen. Das war damals für mich was ganz besonderes als ich dann auf den alten Windows PC’s unglaublich hässliche Bilder bei Paint malen durfte. Heutzutage haben Kinder so einen Kurs gar nicht mehr nötig, da nun ein Computer sowie Tablet zum Haushalt dazu gehören. Nun ist es auch nicht mehr möglich Kinder mit Programmen wie Paint oder Pinball begeistern zu können, da sie durch die Apps auf den Tablets und Smartphones eine viel größere und umfangreichere Unterhaltung gewohnt sind.
Es ist jedoch erschreckend wo der Trend hingeht. In der Grundschule ist es nicht mehr cool, seltene Gogos zu besitzen oder in der Pause Fußball zu spielen und mit einer dreckigen Hosen zu Hause in das Gesicht der Mutti zu grinsen. Vielmehr ist es wichtig die neuste App aufm Smartphone zu haben, um mitreden zu können. Außerdem wird überwiegend über Whats App oder andere Chatprogramme kommuniziert. Das Haustelefon kann man derweil schon fast als Fremdwort deklarieren.
Ich bin gespannt wie es sich in Zukunft weiterentwickeln wird.