17 Apr

Keine Altersbegrenzung bei Generation Facebook!

… beobachtet Vivien Scheffler.

Eltern, Lehrer, Verwandte – man findet Sie alle auf Facebook. Es besteht kein Zweifel daran, dass Facebook eines der größten Social Networks im Web ist.

Facebook ermöglicht uns alte Bekanntschaften ausfindig zu machen, neue Kontakte zu knüpfen, miteinander zu kommunizieren, hält uns auf dem laufenden Stand, wo und wann die nächste Party stattfindet. Auch können Medieninhalte geteilt und diskutiert werden, man kann sich an dem großen Angebot an Spielen erfreuen, aber auch die Selbstdarstellung spielt eine sehr große Rolle. Man möchte seinen Freunden zeigen, wo man sich befindet, was man Tolles erlebt hat und was demnächst ansteht. Freunde sollen auf dem Laufenden gehalten werden und umgekehrt möchte man selber darüber informiert werden, was die Freunde zurzeit treiben. Ich denke, dass eben dieser Austausch in der heutigen Generation eine sehr große Rolle spielt und dies außerhalb der Erwachsenengesellschaft!

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Was denken sich also unsere Eltern dabei, wenn sie uns auf Facebook adden möchten? Wollen sie einfach nur dazugehören und „in“ sein, ist es der Drang uns Kinder zu überwachen oder sogar die Sorge um Sicherheit? Dieser Drang oder die Sorge könnte allerdings das Wichtigste zerstören, was es zwischen Eltern und Kindern geben sollte – Vertrauen. Meiner Meinung nach braucht die Jugend einen Raum für sich, ohne die ständige Kontrolle und Überwachung der Eltern. Aufgrund der eben genannten Gründe, würde ich behaupten, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass meine Eltern keinen Account auf Facebook haben. Sie wissen nicht, was posten, teilen oder liken ist. Mein Vater gehört sogar zu den Wenigen, die kein Mobiltelefon besitzen.

Von Freunden höre ich sehr oft, wie genervt diese von ihren Eltern sind, von ihnen auf Facebook gesehen zu werden, aber auch sie auf Facebook zu sehen. Sobald eine Freundschaftsanfrage der Eltern eingetroffen ist, muss diese selbstverständlich auch angenommen werden und kann nicht ignorieren werden. Um möglicherweise sogar einen Streit oder eine Diskussion zu vermeiden – Warum man die Eltern aus seinem Facebook-Leben ausschließen möchte? Oft habe ich gehört, dass meine Freunde sich für die Bilder schämen, die ihre Eltern posten oder liken. Wer möchte schon gern ein Selfie seiner Mutter in der Timeline entdecken!?

Doch nicht nur die Präsenz der Eltern auf Facebook ist kritisch zu betrachten. Auch Lehrer, Geschäftspartner oder sogar Vorgesetzte wollen mit einem auf Facebook befreundet sein. Ich fand es wirklich sehr merkwürdig, als mein ehemaliger Mathematiklehrer mich um ein Leben bei CandyCrush bat. Meiner Meinung nach sollten Privat- und Berufsleben deutlich voneinander getrennt werden. Schließlich gibt es weitere Netzwerke, wie beispielsweise Xing, auf welchem sich Geschäftspartner miteinander verknüpfen und austauschen können.

Immer öfter höre ich, dass Facebook „out“ sei. Auch ich sehe das so! Die Timeline ist übersäht mit Videos, Bildern und Werbeanzeigen. Ich nutze Facebook fast ausschließlich, um mich über Veranstaltungen zu informieren oder zu planen. Mit meinen Freunden kommuniziere ich überwiegend über den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp und meine Fotos teile ich bei Instagram.

Die Unterschiede der Generationen in Bezug auf Facebook sind zum Beispiel die Erreichbarkeit. Die jüngere Generation ist überwiegend dauerhaft online. Das Handy immer dabei, da man sonst ja etwas verpassen könnte. Die Älteren sehen das Internet eher als eine Art Freizeitbeschäftigung und schalten deshalb das Handy auch mal aus. Außerdem hat die Generation Y eine technologieaffine Lebensweise, da sie mit dem Internet aufgewachsen ist. Die Antwort auf die Frage, ob es eine Segen oder Fluch ist, die Eltern auf Facebook zu haben, ist für mich eindeutig. Ich denke, dass wir, die Jugend von heute, sich gerne unter uns austauschen und mitteilen möchten. Ohne dauerhafte Überwachung oder auch Kommentierung der elterlichen Generation.